Energieverbrauch

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Pro Jahr gehen etwa 10,88 Tonnen Kohlendioxid auf das Konto jedes Deutschen. Zirka 3,4 Tonnen davon werden durch den Energieverbrauch verursacht. Anders als in anderen Industriestaaten ist in Deutschland der Energieverbrauch – oder Energiebedarf, wie es physikalisch korrekt heißt – seit vielen Jahren weitgehend stabil. Der höchste Energiebedarf wurde in Deutschland im Jahr 1979 verzeichnet. Grund für die Stabilisation ist die fortschreitende Entkopplung von Energieverbrauchsanstieg und Wirtschaftswachstum. Diese lässt sich durch den technologischen Fortschritt in der Energiewirtschaft, die sparsamere und rationellere Energienutzung und die Veränderung der Wirtschaftsstrukturen erklären. Dennoch macht sich die wirtschaftliche Lage auch im Energieverbrauch bemerkbar. Bedingt durch die Finanzkrise wurden in Deutschland im Jahr 2009 rund 6,5 Prozent weniger Energie verbraucht als im Vorjahr. Eine weitere Ursache für Schwankungen im Energieverbrauch ist der Einfluss der Witterungsbedingungen. So erhöhen sich der Heizwärmebedarf und damit der Energieverbrauch in einem kalten Winter deutlich.

Energie wird in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt. Im Jahr 2008 verteilte sich der Endenergieverbrauch in Deutschland folgendermaßen: Im Industrie-Sektor wurden 29 Prozent der Endenergie genutzt, im Bereich Verkehr 28,2 Prozent, im Sektor Private Haushalte 27,4 Prozent und im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen 15,4 Prozent.

In den Privaten Haushalten verteilte sich der Energieverbrauch zu 82 Prozent auf Brennstoffe und zu 18 Prozent auf Strom (Stand 2002). Dabei wurden die Brennstoffe ausschließlich für Raumwärme und Warmwasser sowie zum Kochen verwendet. Insgesamt entfallen zirka 78 Prozent des Energieverbrauchs auf die Bereitstellung von Raumwärme, neun Prozent auf die Warmwassererzeugung und elf Prozent auf die Nutzung von Elektrogeräten, dazu zählen auch die Beleuchtung und die Klimatisierung von Gebäuden. Den höchsten Anteil am gesamten Energieverbrauch wiesen Einfamilienhäuser – gefolgt von Zweifamilien- und kleinen Mehrfamilienhäusern – auf.

Das konjunkturschwache Jahr 2009 ausgenommen, ist der Stromverbrauch in Deutschland in den letzten Jahren stetig gestiegen. Im ersten Halbjahr 2008 beispielsweise ist er im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,9 Prozent in die Höhe geschossen. Die Beobachtung der Entwicklung des Stromverbrauchs ist auch deshalb wichtig, weil sie für die Entscheidung über den Neubau von Kraftwerken herangezogen wird. Im Haushalt wird der Großteil des Stroms im Bereich Kühl- und Gefrierschränke sowie andere Haushaltsgeräte (29 Prozent) verbraucht, gefolgt von Kochen, Trocknen, Bügeln und sonstiger Prozesswärme (19 Prozent), Warmwasser (17 Prozent), Heizung (15 Prozent), Unterhaltungselektronik, Telekommunikation, Computer (12 Prozent) und Licht (8 Prozent).

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