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Kommunikation & Information

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© Foto: Thomas K. / Quelle: PHOTOCASE

Nicht zuletzt aufgrund der immer ausgereifteren Informations- und Kommunikationstechnologie wächst die Welt immer stärker zusammen. Bereits Ende 2006 kamen in Deutschland auf 100 Einwohner bereits 104 Handy-Anschlüsse, weltweit telefoniert statistisch bereits jeder zweite Mensch mobil. Auch die Anzahl von Laptops, MP3-Playern & Co. nimmt, nicht zuletzt aufgrund der Schnelllebigkeit und schnellen Entwicklung der Produkte, stetig zu.

Im globalen Konkurrenzkampf versuchen Unternehmer ihre Produkte zu den niedrigsten Kosten herstellen zu lassen. Dies geht häufig zu Lasten der Zulieferer und der dort angestellten Arbeiter. Unser Bedürfnis nach preisgünstiger Vernetzung und Kommunikation hat darum häufig negative Auswirkungen auf die Arbeiter in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Ein Großteil der Produktion der so genannten IKT-Technologie (Informations- und Kommunikationstechnologie) wurde nach China verlagert, wo ungefähr die Hälfte aller Handys und Laptops produziert werden. Doch auch in Indien, Thailand, Mexiko, Osteuropa und den Philippinen wird mittlerweile der Großteil an IKT-Geräten hergestellt. Die Herstellungsbedingungen in den Fabriken sind häufig erschreckend. Lange Arbeitszeiten von 12 Stunden täglich, an 6 oder 7 Tagen pro Woche, sind keine Seltenheit. Trotz zahlreicher Überstunden können die Arbeiter oft kaum von ihren niedrigen Löhnen leben. Gewerkschaften, die zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen könnten, sind in der Regel verboten bzw. nicht vorhanden.

Für den Bau von elektronischen Geräten werden außerdem Metalle verwendet, die häufig unter unzumutbaren Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern abgebaut werden. Oft arbeiten in den Gruben und Minen auch Kinder, um die Rohstoffe abzubauen. Der Schutz der Bergleute ist kaum gewährleistet, ebenso wenig wie existenzsichernde Löhne. In anderen Regionen werden, meist ohne angemessene Entschädigung, ganze Dörfer umgesiedelt, um Platz für neue Minen zu schaffen. In einigen Ländern, wie beispielsweise der Demokratischen Republik Kongo, hat der Abbau von Metallen Konflikte und Kriege verursacht.

Und noch am Ende ihres Lebens werfen Informations- und Kommunikations-Geräte Probleme auf. Ein Großteil der Altgeräte wird als Elektronikmüll in arme Länder exportiert, die geringere Umweltgesetze als die Industrieländer haben. Hier werden die Geräte teilweise unter primitiven Bedingungen über offenem Feuer „recycelt“. Das führt zum einen zu Gesundheitsschäden, zum anderen aber auch dazu, dass giftige Substanzen wie Arsen und Blei das Grundwasser sowie die Luft, und damit den Lebensraum vieler Menschen, verschmutzen.

Tipps für Ihre fairen IuK-Geräte

  • Fragen Sie gezielt bei Herstellern und Einzelhändlern nach den Umwelt- und Sozialstandards bei der Herstellung von Geräten. Gerade bei IT-Geräten liegen Großteile der Produktionskette immer noch im Dunkeln. So werden Hersteller und Händler auf die Problematik und den Wunsch der Kunden nach Alternativen aufmerksam gemacht.
  • Überlegen Sie, ob Sie nicht Ihr altes Gerät weiterbenutzen können, indem Sie es beispielsweise nachrüsten, bevor Sie ein neues kaufen oder ob ein gebrauchtes nicht ausreicht.
  • Informieren Sie sich auf den Seiten des europäischen Projekts makeITfair über die sozialen und ökologischen Probleme, die durch die Herstellung und Nutzung von elektronischen Geräten wie Handys, Laptops oder MP3-Playern entstehen.