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Wohnen & Haushalt

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© Foto: schiffner / Quelle: PHOTOCASE

Um es gemütlich zu haben, dekorieren wir unsere Wohnung mit Teppichen, Möbeln, Kunsthandwerk und Glas. Die Herstellungsbedingungen so mancher dieser Gegenstände sind dabei weniger gemütlich.

Kinderarbeit in der Teppichindustrie ist das bekannteste Beispiel für nicht eingehaltene Sozialstandards bei der Herstellung von Einrichtungsgegenständen. Dabei gibt es drei Arten von Kinderarbeit. In sehr armen Gegenden werden Kinder von Kinderhändlern eingekauft und in Teppichfabriken gebracht. Die Eltern erhalten dabei einen Vorschuss, den die Kinder durch ihre Arbeit zurückzahlen müssen. Sie bleiben meist jahrelang in der Schuldknechtschaft gefangen und werden für immer von ihren Familien getrennt. Oft arbeiten Kinder auch an Knüpfstühlen bei Nachbarn oder im eigenen Haus im Familienverband und werden pro Quadratmeter Teppich oder nach Stückpreis nach Verkauf des Teppichs bezahlt.

Ursache für Kinderarbeit ist in der Regel die große Armut ganzer Bevölkerungsschichten in den Entwicklungsländern. Die Kinder müssen arbeiten, um ihren Lebensunterhalt und teilweise den der Familie zu finanzieren. Aus diesem Grund reicht es nicht, sie einfach aus der Produktion zu nehmen. Damit Kindern eine echte Kindheit und Schulbildung ermöglicht werden kann, müssen die Produzenten einen fairen Preis für ihre Ware erhalten, damit sie den Erwachsenen einen gerechten Lohn zahlen können.

Doch Teppiche sind nicht die einzigen Produkte, die von Kinderhänden hergestellt werden. Zirka ein Drittel der weltweiten Glasproduktion wird in West- und Osteuropa produziert, ein Drittel in Süd- und Nordamerika und ein Drittel in Asien. Ein Großteil der asiatischen Glasindustrie befindet sich in Indien, wo Kinder zwischen 6 und 15 Jahren dabei helfen, Weingläser, Geschirr, Glühlampen, Armreifen und Perlen herzustellen. Die Temperaturen an den Schmelzöfen erreichen 700 Grad Celsius. Deshalb leiden die Kinder oft unter Verbrennungen, Asthma, Bronchitis oder Tuberkulose. Glasprodukte, bei denen auf faire und soziale Arbeitsbedingungen geachtet wird, werden in Eine-Welt-Läden angeboten.

Auch für die Rohstoffgewinnung und Massenproduktion von Kunstgegenständen werden in Entwicklungsländern Menschen als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. Nicht nur im Bergbau, sondern auch in der Verarbeitung von Speckstein, Holz oder Textilien arbeiten Kinder und müssen zum Teil den Lebensunterhalt der Familie bestreiten. Auch hier sind alternative, fair gehandelte Produkte in Eine-Welt-Läden zu finden.

Tipps für Ihren fairen Haushalt

  • Kaufen Sie Teppiche aus fairem Handel. Diese sind mit dem Goodweave-Siegel gekennzeichnet, welches Teppiche auszeichnet, die garantiert ohne illegale Kinderarbeit hergestellt wurden.
  • Schenken Sie Freude durch Blumen. Damit diese nicht getrübt wird, gibt es mittlerweile Blumen aus umweltgerechter und menschenwürdiger Produktion. Fairtrade zeichnet Blumen aus, die u. a. unter Einhaltung von Gewerkschaftsfreiheit, existenzsichernden Löhnen und Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit produziert wurden.