Bioenergie

klimafreundlich_und_stromsparend

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Bei Biomasse handelt es sich um den vielseitigsten der erneuerbaren Energieträger, da sie in fester, flüssiger und gasförmiger Form vorhanden ist und zur Erzeugung von Strom und Wärme ebenso eingesetzt werden kann wie zur Herstellung von Kraftstoffen. Wie viel Energie aus Biomasse bereitgestellt werden kann, hängt dabei im Wesentlichen von der Fläche ab, die für den Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung steht.

Im Bereich der Biomasse ist Holz der mit Abstand bedeutendste Energieträger. Insgesamt wird rund ein Viertel der deutschen Holzproduktion energetisch genutzt, hinzu kommen Alt- und Gebrauchtholz. Darüber hinaus werden mehr als zehn Prozent landwirtschaftliche Fläche (1,75 Mio. ha.; Stand 2007) in Deutschland für den Anbau von Energiepflanzen genutzt. Dabei handelt es sich vorrangig um Raps zur Biodieselproduktion und Substrate für die Biogaserzeugung. Studien gehen davon aus, dass ab dem Jahr 2020 2,5 bis 5 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche für die Produktion nachwachsender Rohstoffe genutzt werden können. Zudem werden Reststoffe und Abfälle biogenen Ursprungs für die energetische Nutzung von Biomasse genutzt. Das sind vor allem Alt- und Gebrauchtholz, Bioabfälle, Klärschlamm/Klärgas/Deponiegas, Gülle/Festmist und Getreidestroh.

Die Nutzung der Rest- und Abfallstoffe bietet den Vorteil, die möglichen Nutzungskonflikte zwischen der energetischen und der stofflichen Nutzung von Biomasse zu vermindern oder zu vermeiden. Ein Negativbeispiel, das in Bezug auf die Nutzung von Biomasse im Jahr 2007 weltweit für Schlagzeilen sorgte, ist die sogenannte Tortilla-Krise. In diesem Fall war Mexiko dem Freihandelsabkommen Nafta beigetreten, was zur Folge hatte, dass die mexikanischen Bauern mit dem hoch subventionierten Mais aus den USA nicht mehr konkurrieren konnten. Sie gerieten zunehmend in die Nahrungsmittelabhängigkeit vom großen Nachbarn USA. Als dort die Nachfrage nach Mais aufgrund einer erhöhten Produktion von Bioalkohol für Fahrzeuge und damit die Preise für Mais stark anstiegen, konnten viele Mexikaner ihr Grundnahrungsmittel nicht mehr bezahlen. Ein weiterer Kritikpunkt, der im Zusammenhang mit der energetischen Nutzung von Biomasse häufig thematisiert wird, ist die Förderung von Massentierhaltung zur Deckung des Bedarfs an Gülle und Festmist.

Die Vorteile der Biomassenutzung sind die Schonung der endlichen fossilen Rohstoffe und eine Reduktion der Abhängigkeit von Rohstoffimporten. Bei der Nutzung von Biomasse handelt es sich vorrangig um eine regional eingesetzte Energieform, bei der lange Transportwege vermieden werden. So wird auch die regionale Wirtschaft gestärkt. Man geht davon aus, dass deutschlandweit zirka 96.100 Menschen im Bereich der Bioenergienutzung, d.h. bei der forst- und landwirtschaftlichen Rohstoffproduktion und in den neu aufgebauten Wirtschaftszweigen der Verarbeitung von Biomasse zu Pellets, Hackschnitzeln, Biogas etc., beschäftigt sind (Stand 2007). 

Im Jahr 2008 betrug der Anteil der Bioenergie an der deutschen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 28,5 Prozent, im Wärmesektor lag der Anteil der Bioenergie an der gesamten erneuerbaren Wärmeproduktion bei etwa 93 Prozent. 2007 deckte die Bioenergie in Deutschland 3,9 Prozent des gesamten Stromverbrauchs, 6,2 Prozent des gesamten Wärmebedarfs und 7,6 Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs. Im letztgenannten Sektor ist der Verbrauch aufgrund der Änderungen in der Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung in den letzten Jahren zurückgegangen.

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