Energieeffizienz

klimafreundlich_und_stromsparend

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In der Vergangenheit wurde Energie häufig so verschwenderisch eingesetzt, als wäre sie grenzenlos vorhanden. Zunehmend wird der Menschheit jedoch bewusst, dass Energie ein kostbares Gut ist. Die weltweite Nachfrage steigt und mit ihr die Preise auf dem Weltmarkt. Die Endlichkeit der Ressourcen, die Unsicherheiten in vielen Förder- und Transitländern sowie der durch die Verbrennung fossiler Energieträger vorangetriebene Klimawandel zwingen dazu, über Alternativen nachzudenken.

Für das Heizen, die Beleuchtung, die Nutzung von Geräten etc. kann der Energieeinsatz unterschiedlich hoch sein. Der Grund hierfür sind unterschiedlich hohe Systemverluste bei der Gewinnung, Umwandlung, Verteilung und Nutzung von Energie. Je geringer die Verluste sind, desto höher ist die Energieeffizienz.

Bereits die Energieerzeugung lässt sich energieeffizienter gestalten, so dass bei gleichem Brennstoffeinsatz mehr Wärme und Strom gewonnen werden kann. Zu Beginn der 90er Jahre mussten in konventionellen Wärmekraftwerken noch 9.727 Kilojoule für die Erzeugung einer Kilowattstunde eingesetzt werden. Im Jahr 2004 waren es noch lediglich 8.866 Kilojoule. Die Ursache dafür liegt in dem höheren Wirkungsgrad neuerer Kraftwerke sowie darin, dass die Auskopplung von Wärme bei der Erzeugung von Strom erhöht wurde. Wurde früher die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme häufig einfach in die Umwelt entlassen, wird diese zunehmend mit genutzt (Kraft-Wärme-Kopplung).

Auch bei der Stromanwendung kann Energie effizienter eingesetzt werden. Dies zeigt sich u.a. darin, dass der spezifische Energieverbrauch neuer elektrischer Haushaltsgeräte zwischen 1995 und 2002 bei Kühlschränken um 17 Prozent, bei Waschmaschinen um 18 Prozent und bei Geschirrspülern um 14 Prozent reduziert wurde. Besonders aufgrund von Leerlauf- und Standby-Verlusten sind die Potenziale zur Effizienzsteigerung des Stromverbrauchs von Geräten noch lange nicht ausgeschöpft. In privaten Haushalten lassen sich darüber hinaus u.a. über den Einsatz von Energiesparlampen, eine verbesserte Wärmedämmung oder effizientere Heizungsanlagentechnik sowie im Mobilitätsbereich über effizientere Antriebe Energieeinsparungen erzielen. Nach Studien der Europäischen Kommission kann ein durchschnittlicher Haushalt zwischen 200 und 1.000 Euro pro Jahr sparen, wenn effizienter mit Energie umgegangen wird. Weitere Effizienzpotenziale können neben dem Sektor der privaten Haushalte auch in den Sektoren Industrie sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen erschlossen werden.

Die 2006 verabschiedete EU-Richtlinie über Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen schreibt vor, dass jeder Mitgliedsstaat mit gezielten Maßnahmen in neun Jahren neun Prozent Endenergie gegenüber der Referenzperiode 2001 bis 2005 einsparen muss. Die Maßnahmen müssen jeweils in einem nationalen Energieeffizienzplan dargelegt werden. Deutschlands Aktionsplan wurde im September 2007 veröffentlicht.

Um das Thema Energieeffizienz voranzutreiben, hat die Bundesregierung eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. So wurde beispielsweise das CO2-Gebäudesanierungsprogramm ausgebaut, in dessen Rahmen zinsverbilligte Kredite und Zuschüsse sowie steuerliche Vergünstigungen für Gebäudeeigentümer zur Verfügung gestellt werden. Den Willen, die Energieeffizienz im Gebäudesektor und beim Stromverbrauch zu senken, hat die Bundesregierung auch im Integrierten Energie- und Klimaprogramm von 2007 bekräftigt. Ein weiteres Instrument ist das KWK-Gesetz (Kraft-Wärme-Kopplung) – oder besser das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung –, das 2008 novelliert wurde. Es ist angestrebt, die Energieproduktivität bis 2020 gegenüber dem Jahr 1990 zu verdoppeln.

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