Erdöl

klimafreundlich_und_stromsparend

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Es wird angenommen, dass Erdöl vor 20 bis 200 Millionen Jahren auf Basis mariner Organismen und Pflanzen in abgeschlossenen Meeren entstanden ist. Die abgestorbenen Teile wurden unter Sauerstoffabschluss allmählich zersetzt und von weiteren Meeresablagerungen überdeckt. Unter Druck- und Wärmeeinfluss wurden diese Bestandteile nach und nach umgewandelt. Erdöl – auch Mineralöl oder Petroleum genannt – ist ein Gemisch aus flüssigen Kohlenwasserstoffen und kommt meist gemeinsam mit Erdgas vor. Es lagert im Untergrund in unterschiedlichen Tiefen von wenigen Metern bis zu 4000 Metern, mancherorts auch tiefer. Nach seiner Förderung wird es in Raffinerien vor allem zu Kraftstoff, wie Benzin und Diesel sowie Heizöl weiterverarbeitet. Darüber hinaus findet es in der chemischen Industrie Verwendung bei der Herstellung von:

  • Textilien,
  • Farben,
  • Arzneimitteln,
  • Dünger, 
  • Nahrungsmitteln, 
  • Kunststoffen und 
  • Baustoffen.

Probleme verursacht die Nutzung von Erdöl vorrangig durch die Freisetzung von Kohlendioxid (und den damit zusammenhängenden anthropogenen Klimawandel) sowie Schwefeldioxid bei der Verbrennung und durch die Belastung der Meere und Ozeane. Die Verschmutzung mit Öl lässt sich häufig auf Tankerunglücke und Betriebsstörungen auf Ölplattformen zurückführen.

Mineralöl ist weltweit der wichtigste Energieträger, mit dem 35 Prozent des Primärenergieverbrauchs gedeckt werden. Der bedeutendste Öllieferant für Deutschland ist mit einem Anteil von zirka 32 Prozent Russland, etwa 28 Prozent der Öl-Importe stammen aus der Nordsee-Region, hauptsächlich aus Norwegen und Großbritannien.

Etwa 74 Prozent der konventionellen Mineralölreserven liegen in einem relativ eng begrenzten Gebiet, das vom Nahen Osten über den Kaspischen Raum bis nach Nordwest-Sibirien reicht. 1960 gründeten Iran, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries), die später durch Katar, Libyen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Algerien, Nigeria, Ecuador und Angola erweitert wurde. In den Mitgliedsländern dieser Organisation lagern zirka zwei Drittel der nachgewiesenen Weltölreserven. Ziel der OPEC ist es, die Mitgliedsländer gegen Preisverfall und eine Verringerungen ihrer Einnahmen aus der Ölförderung abzusichern sowie eine im gegenseitigen Interesse gemeinsame Ölpolitik zu betreiben.

Man geht heute davon aus, dass nicht-konventionelle Erdöle wie Ölschiefer, Ölsande, Schwer- und Schwerstöl zunehmend eine größere Rolle bei der Energieversorgung spielen werden. Die Wirtschaftlichkeit des Abbaus dieser Erdöle hängt jedoch eng mit der Entwicklung des Ölpreises zusammen. Der Rohölpreis wird an den internationalen Ölmärkten gebildet, wobei nicht zwingend Angebot und Nachfrage die größte Rolle bei der Preisbildung spielen. Häufig besitzen auch Furcht vor krisenhaften Entwicklungen und kriegerischen Auseinandersetzungen, kurzfristige Ereignisse und Spekulationen einen großen Einfluss auf die Preisentwicklung.

Voraussichtlich kann der weltweite Hunger nach Erdöl nur noch über wenige Jahrzehnte vollständig gedeckt werden. Wann das Maximum der Förderung überschritten sein wird, ist jedoch nach wie vor umstritten. Hier ist insbesondere die Unterscheidung der Begriffe „Reserven“ und „Ressourcen“ wichtig. Bei „Reserven“ handelt es sich um sicher nachgewiesene und mit bekannten Technologien wirtschaftlich förderbare Rohstoffvorkommen. Ressourcen sind noch nicht wirtschaftlich förderbare bzw. noch nicht sicher ausgewiesene Vorkommen, die jedoch aufgrund geologischer Indikatoren erwartet werden. Steigen die Preise an den Rohstoffmärkten oder werden neue Techniken der Rohstoffgewinnung entwickelt, können Ressourcen in Reserven überführt werden.

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