Erneuerbare Energien

klimafreundlich_und_stromsparend

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Neben der Energieeffizienz ist der Ausbau der erneuerbaren Energien der wesentliche Baustein zur Erreichung der deutschen Klimaschutzziele. Der Einsatz erneuerbarer Energien trägt auch dazu bei, sich aus der Abhängigkeit von Energierohstofflieferanten zu lösen. Regenerative Energien werden zur Strom-, ebenso wie zur Wärme- und Kraftstoffproduktion eingesetzt. Wurde früher vornehmlich Wasserkraft zur Stromerzeugung und traditionellerweise Holz zur Wärmeerzeugung genutzt, bringt der technische Fortschritt heute früher ungeahnte Möglichkeiten für alternative Energien. Während im Stromsektor Sonne und Wind je nach Wetterlage eine variable Energieproduktion mit sich bringen, sind Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie nahezu konstant verfügbar. Auch im Verkehrsbereich steigt die Bedeutung der Biokraftstoffe.

In den letzten Jahren erlebten die erneuerbaren Energien einen rasanten Aufschwung. Allein zwischen 1990 und 2007 hat sich der Beitrag der Erneuerbaren zur Energiebereitstellung nahezu verfünffacht. Voraussetzung für diese Erfolgsgeschichte waren einige politische Weichenstellungen, wie das Stromeinspeisungsgesetz (ab 1991), das Erneuerbare-Energien-Gesetz (ab 2000), die Förderung durch das Marktanreizprogramm der Bundesregierung (ab 2000) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (ab 2009). Ergänzend dazu sind Förderprogramme auf kommunaler, nationaler und EU-Ebene zu nennen sowie das Engagement von Verbänden, der Wirtschaft und anderen Akteuren.

Im Jahr 2008 deckten die erneuerbaren Energien bereits rund 15 Prozent des Bruttostromverbrauchs und mehr als neun Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs ab. Durch ihren Einsatz wurden im Jahr 2007 bereits zirka 106 Millionen Tonnen CO2 vermieden. Bei den Biokraftstoffen stellt Biodiesel den größten Anteil. Pflanzenöle und Bioethanol trugen 2008 jeweils mit rund zehn Prozent zur erneuerbaren Mobilität bei. Die Ziele der Bundesregierung für den zukünftigen Einsatz der erneuerbaren Energien gestalten sich folgendermaßen: Bis zum Jahr 2020 sollen sie 30 Prozent der deutschen Stromversorgung decken und mindestens 14 Prozent der Wärmeversorgung. Die EU-Vorgabe ist, dass Deutschland bis zum Jahr 2020 18 Prozent seines gesamten Endenergieverbrauchs durch erneuerbare Energien decken muss. Eine weitere EU-Richtlinie schreibt vor, dass es bis 2020 in der EU einen beigemischten Biokraftstoffanteil von zehn Prozent geben soll.

Über die Punkte Versorgungssicherheit und Klimaschutz hinausgehend bedeuten erneuerbare Energien für Deutschland auch einen erheblichen Wirtschaftsfaktor. Man geht davon aus, dass derzeit mehr als 300.000 Arbeitsplätze durch die erneuerbaren Energien entstanden sind. Das technologische Know-how bedeutet für die deutsche Wirtschaft auch einen Wettbewerbsvorteil auf einem wachstumsträchtigen Weltmarkt.

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