Kohle

klimafreundlich_und_stromsparend

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Im Laufe von Jahrmillionen entstand aus abgestorbenem organischem Material Kohle. Dabei verwandelte sich unter hohen, lange einwirkenden Temperaturen Torf erst zu Weichbraunkohle und schließlich zu Hartkohle. Während dieses sogenannten Inkohlungsprozesses steigen sowohl der Kohlenstoffanteil als auch der Brennwert des Produkts. Hartkohle, dabei handelt es sich im Wesentlichen um Steinkohle, besitzt beispielsweise einen Energiegehalt von mehr als 16.500 Kilojoule pro Kilogramm. Abhängig von ihrer Verwendung werden Hartkohlen in Kessel- und Kokskohlen unterteilt.

Weichbraunkohlen sind energieärmer und enthalten viel Wasser. Da bei längeren Transportwegen der Energieverbrauch des Transports den Energieinhalt der Weichbraunkohle übersteigen würde, werden diese in der Regel nur über kurze Wege transportiert und regional verwendet. Während Weichbraunkohle in Entwicklungsländern auch zum Heizen und Kochen verwendet wird, wird sie in den Industriestaaten hauptsächlich zur Stromerzeugung eingesetzt.

Kritisch ist die Nutzung von Kohle zur Energieproduktion vor allem deshalb, weil sie schädlicher für das Klima ist als alle anderen Energierohstoffe. So trug Braunkohle, bei der die spezifischen CO2-Emissionen höher liegen als bei Steinkohle, 2005 rund elf Prozent zum Primärenergieverbrauch in Deutschland bei, aber 23 Prozent zum energiebedingten CO2-Ausstoß. Neben CO2 emittieren Kohlekraftwerke u.a. auch Schwefel- und Stickoxide, Feinstaub und Quecksilber. Darüber hinaus ist auch der Abbau von Kohle problematisch. In Ostdeutschland hat der Braunkohleabbau große mondartige Flächen zurückgelassen, die nun renaturiert werden müssen. Auch in anderen Abbaugebieten gibt es immer wieder Probleme mit dem Grundwasser, sowie Gebäudeschäden durch Bergsenkungen.

Weltweit ist Kohle nach Erdöl der wichtigste Energieträger. Am globalen Primärenergieverbrauch besaß sie im Jahr 2008 einen Anteil von rund 29 Prozent. Rund 27 Prozent entfielen dabei auf Hartkohle und zirka zwei Prozent auf Weichbraunkohle. 2008 war Kohle bei der weltweiten Stromerzeugung mit einem Anteil von zirka 41 Prozent der wichtigste Energierohstoff. In Deutschland ist sie zudem der bedeutendste einheimische Energieträger. Von keinem anderen fossilen Energierohstoff ist noch so viel auf der Erde vorhanden. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei Kohle um eine endliche Ressource, bei der sich die Experten darüber streiten, wie lange die Reserven noch vorhanden sind. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe geht davon aus, dass – am weltweiten Kohleverbrauch im Jahr 2008 gemessen – die Hartkohle-Reserven vom Jahr 2008 an noch mehr als 125 Jahre verfügbar sein werden, die von Weichbraunkohle noch mehr als 200 Jahre.

Doch ganz genau kann niemand die tatsächliche Reichweite der Rohstoffe ermitteln, denn diese hängt eng mit der tatsächlichen weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. Hierfür ist China ein gutes Beispiel: Pro Woche geht dort mindestens ein Kohlekraftwerk ans Netz, um den stetig wachsenden Energiebedarf zu decken. Bis 2020 sollen mehr als 400 große Kohlekraftwerke mit jeweils 1.000 Megawatt Leistung gebaut werden. Bereits heute muss hier mehr Kohle importiert werden, als exportiert wird. Auch in Deutschland ist der Bau neuer Kohlekraftwerke geplant. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich viele wichtige Kohleförderregionen bereits in einer Phase des Produktionsrückgangs befinden. Dies liegt entweder daran, dass die Vorkommen erschöpft sind, kann aber auch an einer verschärften Umweltgesetzgebung oder einem mangelnden bzw. erschwerten Zugang zu Märkten liegen, die die Abbau- und Lieferkosten von Kohle in die Höhe treiben. Bei einem erneuten Anstieg der Energiepreise würde sich die Nutzung „teurer“ alter Lagerstätten und die Suche und Erschließung neuer Lagerstätten jedoch (wieder) lohnen. Manche Wissenschaftler schließen in diesem Fall auch eine Renaissance der europäischen Steinkohle nicht aus.

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