Solarenergie

klimafreundlich_und_stromsparend

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Die Sonne ist eine schier unerschöpfliche Energiequelle und lässt sich vielfältig nutzen. Mit Hilfe von sogenannten Photovoltaikanlagen wird Sonnenlicht in Strom umgewandelt. Solarthermische Anlagen erwärmen Trinkwasser und unterstützen die Aufbereitung von heißem Wasser für die Heizungsanlage.

Solarthermische Anlagen, auch Solarwärmeanlagen oder Sonnenkollektoren genannt, sind bereits heute technisch ausgereifte Systeme, die im Jahr 2008 mit 5,3 Milliarden Kilowattstunden zur Wärmeversorgung in Deutschland beitrugen. Bezogen auf die installierte Leistung liegt Deutschland nach China und der Türkei weltweit an dritter Stelle. Neben der Erzeugung von Warmwasser und der Aufbereitung von heißem Wasser für die Heizungsanlage lassen sich mit Solarthermieanlagen auch Kälte und Prozesswärme erzeugen. Ebenso wie Photovoltaikanlagen werden Sonnenkollektoren über das Marktanreizsystem der Bundesregierung sowie über zinsverbilligte Kredite der KfW Bankengruppe gefördert. Das im Januar 2009 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz schreibt zudem eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung für Neubauten vor. Aufgrund dessen wird mit einem weiteren Aufschwung der Solarwärme in Deutschland gerechnet.

Eine besondere Form der solarthermischen Anlagen sind solarthermische Kraftwerke, die gerade im Sonnengürtel der Erde eine ausreichende und tendenziell auch kostengünstige Option für eine Versorgung aus erneuerbaren Energien bieten. Diese besondere Form der Kraftwerke kombiniert spezielle Spiegelsysteme zur Erzeugung solarer Hochtemperaturwärme. Diese wird auf ein Wärmeträgermedium übertragen, das mit 250 bis 550 °C einen Dampfturbinenprozess erreicht. Im Vergleich zu Photovoltaikanlagen muss bei solarthermischen Kraftwerken meist weniger investiert werden. Um wirtschaftlich zu sein, müssen diese jedoch eine bestimmte Mindestgröße aufweisen. Zudem sind in der Regel die Betriebs- und Wartungskosten höher als bei Photovoltaikanlagen. Ein derzeit in den Medien viel diskutiertes solarthermisches Kraftwerksprojekt ist DESERTEC, das zum Plan hat, Europa zukünftig mit Strom aus der Sahara zu versorgen.

Wurde die Photovoltaik in der ersten Zeit hauptsächlich für die Stromversorgung im Weltall eingesetzt, wurde sie durch Kostensenkung der Solarzellen seit den 80er Jahren auch für zahlreiche Anwendungen auf der Erde attraktiv. Dazu gehörte z. B. die autarke Stromversorgung von kleineren Energieverbrauchern, die keinen bzw. einen erschwerten Zugang zum Stromnetz hatten. Ins Rollen kam die Erfolgsgeschichte der Photovoltaik in Deutschland mit dem 1999 gestarteten 100.000-Dächer-Programm der Bundesregierung. Damit wurde der Bau von Photovoltaikanlagen mit zinsverbilligten Darlehen der KfW Bankengruppe gefördert. Wirklich rasant ging es mit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 voran, welches seitdem eine langfristige rechtliche Grundlage für Investoren bietet, Solarstromanlagen wirtschaftlich zu betreiben. Das Gesetz schreibt einen Anspruch auf eine Einspeisevergütung für den erzeugten Strom über einen bestimmten Vergütungszeitraum fest. 2008 wurden in Deutschland rund 4,3 Milliarden Kilowattstunden Strom mit Photovoltaikanlagen erzeugt. Kritisch ist nach wie vor der große Energieverbrauch, der zur Produktion von Photovoltaikanlagen nötig ist. Doch auch in dieser Branche hat es große Effizienzfortschritte in Technologie und Produktion gegeben, die es ermöglichten, in den letzten Jahren erhebliche Kostensenkungen zu erreichen. Durch eine Anpassung der Vergütungs- und Degressionssätze wurde bei den Novellierungen des EEG in den Jahren 2004 und 2009 auf diese Effizienzsteigerung reagiert.

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