Windenergie

klimafreundlich_und_stromsparend

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1990 wurden die ersten kommerziellen Windkraftanlagen in Deutschland errichtet. Seitdem ist die Anzahl der Anlagen stetig gewachsen und stellt mittlerweile mit über 40 Prozent den größten Teil des erneuerbaren Stroms in Deutschland. Im Jahr 2008 produzierten Windkraftanlagen mit einer installierten Leistung von fast 24 Gigawatt zirka 40 Milliarden Kilowattstunden Strom und sparten damit rund 30,4 Millionen Tonnen CO2 ein.

Während die Potenziale für Wasserkraft in Deutschland nahezu vollständig erschlossen sind, bestehen im Windkraftsektor noch erhebliche Ausbaupotenziale. Ein Ausbau der Windkraft lässt sich zum einen durch die Erschließung neuer Standorte erzielen. Hier gibt es einige Bundesländer, wie Baden-Württemberg und Bayern, die bis jetzt kaum oder gar nicht mit der Installation von Windkraftanlagen begonnen haben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, alte Anlagen durch neue und leistungsfähigere Anlagen auszutauschen, was als Repowering bezeichnet wird. Einen dritten Weg zur Ausweitung der Windenergie bedeuten sogenannte Offshore-Anlagen, d.h. Windkraftanlagen, die statt an Land auf dem offenen Meer installiert werden. Solche Standorte bieten Vor- und Nachteile: Einerseits versprechen sie aufgrund höherer Windgeschwindigkeiten und kontinuierlich wehendem Wind höhere Stromerträge. Allerdings führen die äußeren Bedingungen, wie Salzwasser und hohe Windgeschwindigkeiten andererseits zu einer ungleich höheren Belastung des Materials als an Land. Auch die Installation der Anlagen gestaltet sich hier schwieriger. Eine weitere Schwierigkeit ist der Transport des Stroms zum Nutzer. Bis zum Jahr 2025 soll der Anteil der Windenergie an der Stromproduktion bezogen auf den heutigen Stromverbrauch 25 Prozent – 10 Prozent an Land erzeugt und 15 Prozent Offshore – betragen. Im August 2009 gingen die ersten deutschen Offshore-Windenergieanlagen des Testfeldes alpha ventus ans Netz.

Kritische Punkte der Windkraftnutzung werden von verschiedenen Interessengruppen benannt. Einige Gruppen sprechen Windkraftanlagen eine Natur- und Umweltbelastung zu, d.h. dass Vögel oder bei Offshoreanlagen auch Fische und andere Meerestiere durch die Anlagen beeinträchtigt werden. Zudem beklagen einige Anwohner die Lärmbelästigung sowie die Belästigung durch die sich drehenden Schatten der Rotorblätter. Weiterhin finden Kritiker die „optische Umweltverschmutzung“, d. h. die Störung von Landschaften durch die sich drehenden Anlagen, beklagenswert.

Trotz Finanzkrise boomt die Investition in Windkraft nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. In allen drei wichtigen Märkten – Europa, Asien und Nordamerika – wurden erstmals jeweils mehr als zehn Gigawatt Leistung neu installiert. Die Zahlen sprechen für sich. Im Jahr 2008 belief sich der Gesamtumsatz der Windenergiebranche in Deutschland auf 5,8 Milliarden Euro. Zurzeit arbeiten zirka 85.000 Menschen in der Branche.

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