Kleidung & Mode

000002912550Small

Foto: © iStockphoto.com / buzbuzzer

Umweltfreundliche Mode wird häufig mit Schlabberlook und Wollsocken verwechselt. Doch spätestens seitdem sich Kleidung aus Bio-Baumwolle und Hanf auf internationalen Laufstegen und in Kollektionen weltbekannter Designer wiederfindet, sollte dieses Vorurteil ausgeräumt sein.

Die Textilindustrie zählt weltweit zu den größten Umweltverschmutzern. Dies liegt nicht nur an den langen Transportwegen, die die Kleidungsstücke rund um den Globus zurücklegen. Bei der Produktion der Naturstoffe Baumwolle, Leinen, Wolle und Seide werden vielfach Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger eingesetzt. Besonders gravierend ist dies bei Baumwolle, die weltweit auf einer Fläche von 33 Millionen Hektar in großen Monokulturen angebaut wird. Obwohl global nur 4 Prozent aller Ackerflächen mit Baumwolle bepflanzt sind, werden für ihren Anbau 11 Prozent der verwendeten Insektizide und Herbizide eingesetzt.

Bereits das Saatgut der Baumwolle wird mit Quecksilberverbindungen gebeizt oder mit Pilzbekämpfungsmitteln behandelt. Später werden die Baumwollpflanzen bis zu 14 Mal pro Ernte mit Pestiziden besprüht. Um die Baumwolle maschinell zu ernten, werden die erntereifen Kapseln anschließend mit Entlaubungsmitteln zum Welken und Abfallen gebracht. Durch den Anbau in Monokulturen werden zudem die Böden ausgelaugt und das Grundwasser belastet. Nach Berechnungen des Wuppertal Instituts werden in einigen Teilen der Welt mehr als 40.000 Liter Wasser benötigt, um ein Kilo Baumwolle zu gewinnen. Die Bewässerung kann außerdem zu Bodenerosion und Versalzung der Böden führen. In einigen Ländern wird auf 40 bis 50 Prozent der Landwirtschaftsflächen Baumwolle angebaut, was dazu führt, dass Grundnahrungsmittel teuer importiert werden müssen.

Doch auch die Herstellung von Synthetikfasern ist für die Umwelt nicht unbedingt schonend. Diese werden unter hohem Energieverbrauch aus Erdöl hergestellt, wobei Luft und Wasser durch Schadstoffe belastet werden. Außerdem müssen Recyclinglösungen für die schwer verrottbaren Chemiefasern gefunden werden.

Auch beim Bleichen und Färben der Textilfasern sowie bei der Veredelung und Weiterverarbeitung der Stoffe werden die verschiedensten Chemikalien, darunter Schwermetalle, Formaldehyde und viele Chlorverbindungen sowie große Mengen Wasser verwendet.

Als umweltfreundliche Bekleidungsalternative gibt es heute jedoch beispielsweise Kleidung aus Bio-Baumwolle oder Hanf. Beim Anbau von Bio-Baumwolle wird auf den Einsatz von Pestiziden und Entlaubungsmitteln verzichtet. Das bedeutet für die Bauern nicht zuletzt auch eine finanzielle Entlastung. Kleidung aus Hanf ist in der Regel besonders ökologisch, da die Hanfpflanze sehr widerstandsfähig ist und gut ohne Pestizide, Dünger und tropische Sonne wächst. Mittlerweile wird Hanf z. B. auch in Brandenburg angebaut.

Tipps für Ihren umweltfreundlichen Kleiderschrank

  • Kaufen Sie Öko-Textilien, für die sich mittlerweile ein großer Markt entwickelt hat. Diese sind mit verschiedenen Produktlabeln ausgezeichnet. Die meisten dieser Siegel sind Eigenkreationen der Hersteller. Die Siegel Europäisches Umweltzeichen, IVN zertifiziert NATURTEXTIL, IVN zertifiziert NATURTEXTIL BEST, Global Organic Textile Standard (G.O.T.S), Textiles Vertrauen nach Öko-Tex Standard 100 (plus) geben jedoch verlässliche Aussagen über die Umweltfreundlichkeit eines Kleidungsstückes.
  • Achten Sie beim Kleiderkauf auf die Angabe „kbA" („kontrolliert biologischer Anbau“). Diese kennzeichnet Baumwolle, die vollständig ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel angebaut wird. Die Angaben „Bio-Baumwolle“ oder „aus unbehandelter Baumwolle“ sind nicht geschützt und keine Garantie für die Umweltverträglichkeit eines Kleidungsstückes.
  • Neben den Herstellungsbedingungen des Kleidungsstückes sollten Sie auch auf die Qualität und die Langlebigkeit des Produkts achten. Unabhängige Tests, z. B. von der Zeitschrift ÖKO-TEST und der Stiftung Warentest geben hier Orientierung.
  • Lassen Sie Ihre alten Lieblingsschuhe oder -kleidungsstücke noch einmal in einer Schusterei oder Schneiderei reparieren statt sich neue Produkte zu kaufen. Das ist oft preiswerter und zudem unterstützen Sie damit auch das lokale Handwerk.
  • Geben Sie Kleidungsstücke, die Ihnen selbst nicht mehr gefallen, entweder an Second-Hand-Läden oder die Altkleidersammlung

 » Leute machen Kleider