Aluminiumherstellung

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Das Beispiel Aluminium zeigt sehr deutlich wie zwiespältig nachhaltiges Engagement im Bereich Mobilität sein kann. In den letzten Jahrzehnten hat sich Aluminium nach Stahl zum meistverbreiteten Metall entwickelt. Die größten Wachstumsperspektiven für Aluminiumprodukte liegen dabei im Transportbereich. Bei den Bemühungen, den Benzinverbrauch von PKWs durch ein geringeres Gewicht der Fahrzeuge zu senken, spielt Aluminium neben Kunststoffen, Kohlefaserstoffen und Magnesium eine zentrale Rolle. Zwar wird der extrem hohe Energieeinsatz bei der Erzeugung von Aluminium durch die Treibstoffersparnis der Fahrzeuge langfristig wieder ausgeglichen, doch werden in Folge dessen weitere negative Aspekte der Aluminiumproduktion häufig ausgeblendet.

Aluminium wird aus dem Sedimentgestein Bauxit gewonnen, welches vorrangig in Tropenwaldgebieten vorkommt. Um an das Bauxit zu gelangen, werden große Regenwaldgebiete abgeholzt und indigene Völker vertrieben. Aus vier bis fünf Tonnen Bauxit entstehen zwei Tonnen Aluminiumoxid. Unter Zugabe von Kryolith wird daraus in einem extrem energieintensiven Elektrolyseprozess eine Tonne Aluminium gewonnen. Der Materialverbrauch in der Herstellungskette ist enorm und hat u. a. die Verschmutzung von Flüssen zur Folge. Um den Energiehunger der Produktion zu stillen, werden zudem häufig fragwürdige Staudammprojekte ins Leben gerufen, für die Millionen von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden.