22. Juli 2010

Transparenz ist ein Gewinn für alle

Smiley

Mit dem Pankower Smiley setzt Berlin seit März 2009 verbraucherpolitische Prioritäten. Die Entscheidung für das "Gesamtberliner Modell nach dänischem Vorbild" könnte die Hauptstadt zum Vorreiter in Sachen Lebensmittelsicherheit und Transparenz machen. Gestützt auf die Erfahrungen aus Dänemark, plädierten heute die Verbraucher Initiative e. V. und die Berliner Verbraucherzentrale auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Berliner Hotel Steigenberger dafür, diesen Weg auf allen Stufen der Berliner Verwaltung konsequent zu Ende zu gehen.

Vorbild des im März dieses Jahres vereinbarten Modells für ganz Berlin ist der dänische Smiley. Seit fast zehn Jahren werden dort die Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung in allen lebensmittelanbietenden Betrieben selbst sowie im Internet veröffentlicht. Poul Ottosen, der die Einführung dieses Systems als Staatssekretär in seinem Heimatland begleitete und heute Gesandter des Botschaftsrates Dänemarks in Berlin ist, fasste seine Erfahrungen eingangs zusammen: „Der Kraftakt, die dänische Lebensmittelpolitik neu zu organisieren und den Smiley zu etablieren, hat sich gelohnt: Verbraucher fühlen sich besser informiert, die Verstöße sind zurückgegangen und die Unternehmen sehen den Smiley als wettbewerbsfördernd.“

Einen erheblichen Vertrauensaufschwung verspricht sich auch Dr. Peter Lischke von der erfolgreichen Einführung eines Verbraucherinformationsmodells nach dänischem Vorbild in Berlin. Der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Berlin unterstrich: „Verbraucher können nur dann die viel zitierten mündigen und verantwortungsvollen Entscheidungen treffen, wenn sie entsprechend informiert sind. Wenn Berlin es schafft, die Erfahrungen mit dem Pankower Smiley konsequent für die ganze Stadt umzusetzen, kann die Hauptstadt zum bundesweiten Vorbild in Sachen Verbraucherschutz und Verbraucherinformation werden.“ Schon jetzt könne die Hauptstadt in der Debatte um die Novellierung des Verbraucherinformationsgesetzes die Erfahrung einbringen, dass die proaktive, zeitnahe Information der Öffentlichkeit machbar und gewinnbringend ist.

Georg Abel, der Bundesgeschäftsführer der Verbraucher Initiative e. V., wies in diesem Zusammenhang auf die besondere Verantwortung der Berliner Bezirke hin: „In der finanziell angeschlagenen Hauptstadt muss es endlich darum gehen, nach möglichen Lösungen für die offensichtlichen Probleme in der amtlichen Lebensmittelüberwachung zu suchen. Die Bezirke, die das Bild, das Berliner und Touristen von der Stadt haben, wesentlich bestimmen, sind da mehr gefordert.“ Er zeigte sich sicher, dass sich diese Bemühungen langfristig als wirtschaftlicher Vorteil erweisen werden.