15. Oktober 2009

Fair in der Krise

In unserer vernetzten Welt trifft die in den Industriestaaten gemachte globale Wirtschaftskrise Menschen in Entwicklungsländern besonders schwer. Durch das Zusammenwirken von Krise und hohen Lebensmittelpreisen stieg die Zahl der Hungernden um mehr als 100 Millionen auf über eine Milliarde Menschen. Verbraucher können Armen mit dem Kauf fair gehandelter Produkte den Rücken stärken.

Kommenden Sonnabend ist der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut. Das Millenniums-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen, die weltweite Armut bis zum Jahr 2015 den Anteil der Ärmsten an der Weltbevölkerung zu halbieren, ist mit der globalen Wirtschaftskrise jedoch in weite Ferne gerückt. Die indirekten Auswirkungen der Krise sind für arme Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern mitunter lebensbedrohlich, laut Schätzungen der Weltbank werden in diesem Jahr bis zu 400.000 Kinder mehr das fünfte Lebensjahr nicht erleben.

Unter den größten Verlierern der Rezession sind viele kleinbäuerliche Familien. Sie werden von den Schockwellen der Krise erfasst, weil zum Beispiel ihre Einkommen zurückgehen. Es ist zudem schwieriger geworden, Kredite für wichtige Produktionsmittel wie neues Saatgut zu bekommen. Außerdem versiegen Geldsendungen von Angehörigen, die als Wanderarbeiter wegen des Einbruchs der Produktion ihren Fabrikjob verloren haben. Millionen arbeitslos gewordene Wanderarbeiter sind darüber hinaus in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt und dort auf die Unterstützung durch ihre Familien angewiesen. Ein weiterer wesentlicher Faktor für die gestiegene Armut sind die seit den letzten Jahren in vielen Ländern sehr hohen Lebenshaltungskosten. Arme müssen dort bis zu 60 Prozent ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel ausgeben, die meisten mittellosen Menschen leben in ländlichen Regionen.

„Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte, die man am Fairtrade-Zeichen erkennt, kann jeder einen kleinen, aber wichtigen Beitrag gegen Armut leisten“, sagt Mareen Joachim von der VERBRAUCHER INITIATIVE. Im Fairen Handel bekommen die Erzeuger neben Mindestpreisen und Prämien beispielsweise auch Vorfinanzierungen. Ihre Ernährungssicherheit steigt auch durch begleitende Maßnahmen des Fairen Handels wie das Vermitteln von Anbaumethoden, mit denen die Erträge wachsen oder dadurch, dass ein gemischter Anbau verschiedener Feldfrüchte gefördert wird. Damit verbreitert sich unter anderem der Speisezettel der Familien, die dadurch unabhängiger vom Lebensmittelzukauf werden.


Auf www.oeko-fair.de stehen kostenlos umfangreiche Informationen zum Fairen Handel zur Verfügung.