05. Dezember 2009

Fairness unterm Weihnachtsbaum

(VI). Lebkuchen, Spielzeug, Kleidung und Schmuck unterm Tannenbaum sind typisch für das Weihnachtsfest zwischen Nordsee und Alpen. Dass diese Traditionen ohne den Handel mit Südasien nicht möglich wären, ist dabei nur wenigen bewusst. Dabei ist der Weg zu ganz besonderen Geschenken, von denen auch die Produzenten in Sri Lanka, Indien, Pakistan und Bangladesch etwas haben, häufig kürzer, als man denkt.

„Ein Holztier zum Hinterherziehen begeistert die Kleinsten, größere Kinder freuen sich zum Beispiel über Musikinstrumente wie Rasseln, Trommeln und Pfeifen“, so Laura Gross von der VERBRAUCHER INITIATIVE. Dafür lohnt sich der Gang in den Weltladen oder das Stöbern in den Katalogen von Versandhändlern des Fairen Handels. Ihre Partner-Produzenten in Indien und Bangladesch garantieren den Herstellern neben gerechter Entlohnung auch medizinische Versorgung, Weiterbildung und demokratische Mitbestimmung. Zugleich können die Kunsthandwerker so traditionelle Techniken weitergeben und neue entwickeln.

Für Sportbegeisterte wäre vielleicht ein Fifa-zertifizierter Fußball ein schönes Geschenk. Etwa 70 Prozent aller weltweit hergestellten Fußbälle stammen aus den Sportartikel-Firmen Pakistans. Dort werden sie in aufwändiger Handarbeit zusammengenäht. Eine dieser Firmen hat sich dem Fairen Handel verpflichtet. Neben guten Arbeitsbedingungen, medizinischer Versorgung und Weiterbildung erhalten die Näherinnen und Näher dadurch auch einen höheren Lohn für jeden Ball mit dem Fairtrade-Siegel.

Ohne Kardamom, Zimt und Vanille sind Lebkuchen undenkbar, Pfeffer und Nelken würzen sicher Gans und Rotkohl. Diese und andere Gewürze stammen unter anderem aus Sri Lanka. Für den Fairen Handel werden sie dort unter ökologischen Bedingungen angebaut und sorgfältig von Hand verarbeitet. Den Kleinbauern sichert diese Partnerschaft ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft und erlaubt ihnen, in die Bildung ihrer Kinder sowie in Gesundheits- und Altersvorsorge zu investieren.

Mehr Informationen über die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen des Fairen Handels in Indien, Pakistan, Bangladesch und Sri Lanka sowie einen Überblick über Herausforderungen und Besonderheiten dieser fernen Region erhalten Sie im aktuellen Regionen-Special Südasien unter www.oeko-fair.de.