23. Juli 2010

Lieber aufgedreht als abgefüllt

(VI). Im aktuellen Greendex, der das umweltbezogene Konsumverhalten in 17 Ländern vergleicht, landeten Verbraucher in Deutschland auf dem zwölften Platz. Ein Grund für das relativ schlechte Abschneiden ist ihre besonders ausgeprägte Vorliebe für abgefülltes Wasser.

Bei der Greendex-Erhebung sagten 65 Prozent der in Deutschland Befragten, dass sie täglich abgefülltes Wasser verzehren. Zum Vergleich: In Schweden gaben das nur fünf Prozent an. Abgefülltes Wasser schadet Klima und Umwelt vor allem wegen des Flaschentransports und der Verpackung. Umso erstaunlicher ist die starke Neigung zu Wässern aus dem Laden, weil deutsches Leitungswasser eine sehr gute Qualität hat. Außerdem stillt die „lose Ware“ aus dem Hahn den Durst bis zu tausendmal ressourcenfreundlicher und unschlagbar günstig.

„Leitungswasser sollte frisch verzehrt werden. Das in der Hausleitung stehende Wasser dazu aus dem geöffneten Hahn strömen lassen bis sich der Strahl kühler anfühlt“, rät Mareen Joachim von der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. Auch mit einem Sprudler aufgepepptes Wasser muss immer frisch zubereitet werden: Reste gehören in den Kühlschrank und innerhalb eines Tages ausgetrunken. Das Gerät muss nach Herstellervorgaben gesäubert und die Sprudlerflasche am besten nach jedem Ausleeren mit heißem Wasser ausgespült werden. Dafür schont das selbst aufgezischte Wasser Geldbeutel, Rücken und Klima.

Auch am Getränkeregal lassen sich umweltfreundlichere Entscheidungen treffen: Mehrwegflaschen (Glas oder PET) von Abfüllern aus der Region (bis 130 km Umkreis) schneiden ökologisch am besten ab. Dabei ist „Pfand“ nicht dasselbe wie „Mehrweg“. Fehlt der Mehrweg-Hinweis handelt es sich beim Pfandgut um Einwegware, die nach dem Zurückgeben erst mal Abfall ist.

„Dosen sind wenn überhaupt momentan eher ein Thema für Biertrinker. Aber auch beim Bier sind regionale Standard-Mehrwegflaschen die ökologisch beste Wahl. Sogar eine unlängst vom Europäischen Verband der Dosenhersteller in Auftrag gegebene Studie kommt zu diesem Ergebnis“, sagt Mareen Joachim.

Mehr zum Thema Wasser kann im gleichnamigen Special auf www.oeko-fair.de kostenlos nachgelesen werden.