17. Januar 2013

Mehr Tierschutz im Supermarktregal

Tierschutzbund bringt neues Label für Lebensmitteleinzelhandel heraus

Den Tierschutz im Lebensmitteleinzelhandel voranbringen - mit diesem Ziel hat der Deutsche Tierschutzbund ein neues Tierschutzlabel entwickelt, das künftig auf verschiedenen Produkten von Einzelhandelsketten wie Edeka, Kaiser’s Tengelmann, Kaufland, Lidl und Karstadt aufgedruckt wird.

Tierschutzlabel_1Tierschutzlabel_2Das Label bewertet den Tierschutz bei Wurst und Fleisch in zwei Stufen: Ein Stern bedeutet unter anderem mehr Platz für die Tiere, Beschäftigungsmöglichkeiten und eine Bestandsobergrenze. Bei zwei Sternen – der sogenannten Premiumstufe - werden diese Kriterien noch einmal ausgeweitet. Außerdem dürfen bei beiden Stufen die Schwänze der Schweine nicht gekürzt und Ferkel nicht ohne Betäubung kastriert werden. Geschlachtet werden darf nicht, ohne dass die Tiere vorher ausreichend betäubt wurden. Unangemeldete Kontrollen sollen sicherstellen, dass diese Kriterien auch erfüllt werden.

Kritiker des Labels sagen, dass der Tierschutz bei dem neuen Label viel zu kurz kommt. Außerdem sei die Unterscheidung zwischen einem und zwei Sternen für Verbraucher kaum zu erkennen. Der Tierschutzbund dagegen kontert, es sei wichtig, den Tierschutz endlich im Massenmarkt zu verankern. Da die meisten Verbraucher sich mehr Tierschutz wünschen und möglicherweise  verstärkt zu den gesiegelten Produkten greifen, könnte das Label weiteren Herstellern einen Anreiz bieten, den Schutz von Tieren zu verstärken.

Klar ist, dass die Kriterien des Neuland-Vereins, zu dessen Trägern der Tierschutzbund ebenfalls gehört, noch über die der „Premiumstufe“ des neuen Labels hinausgehen. Bei Neuland-Tieren ist beispielsweise ein längerer Transport der Tiere verboten, ebenso die Schlachtung im Akkord.

www.tierschutzbund.de/tierschutzlabel.html