30. Oktober 2010

Politik mit der Stromrechnung

(VI). Die Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke kommen bei vielen Bundesbürgern nicht gut an. Dennoch sind sogar unter demonstrierenden Atomkraftgegnern Tausende, die ihre Stromrechnung weiter bei Konzernen zahlen, die Atomkraftwerke betreiben. Die VERBRAUCHER INITIATIVE ermuntert, jetzt zu einem unabhängigen Ökostromanbieter zu wechseln.

Deutschland ohne Atomkraft? Ein grünerer Kraftwerksmix? Weniger Marktmacht für große Energiekonzerne? Wie die Landschaft der Stromversorgung künftig aussieht, liegt nicht allein in den Händen der Politik. Sie ist auch Summe vieler Einzelentscheidungen. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für den Wechsel zu einem unabhängigen Ökostromanbieter, denn das sendet Signale an Politik, Wirtschaft und andere Verbraucher. Die guten Vorsätze vieler werden eigentlich nur durch eines blockiert: das menschliche Phänomen der Wechselträgheit.

„Egal worum es geht: Papierkram schiebt man nun mal gern vor sich her. Dabei ist der Stromanbieter-Wechsel meist schneller eingeleitet, als etwa das Wechseln von Bettwäsche dauert“, sagt Mareen Joachim von der VERBRAUCHER INITIATIVE. Was die Qual der Wahl betrifft: Der Ökostrommarkt scheint auf den ersten Blick unübersichtlich, aber zwei Siegel bringen Licht ins Dunkel. Produkte mit Grüner-Strom- oder ok-Power-Label halten was sie versprechen und sorgen dafür, dass Kraftwerksanlagen ausgebaut werden, die erneuerbare Energien erzeugen.

Auf der Seite www.atomausstieg-selber-machen.de findet sich ausführlicher Wechselrat.  Mehr Tipps zu nachhaltigem Konsum stehen auf www.nachhaltig-einkaufen.de und www.oeko-fair.de.