02. Mrz 2011

Scharfer Blick aufs Unsichtbare

(VI). Seit 30 Jahren sind Menschen in der Lage, Teilchen und Strukturen sichtbar zu machen, deren Größe in Nanometern gemessen wird. Sogenannte Nanomaterialien bahnten sich seither den Weg in zahlreiche Alltagsanwendungen. Wie "nano" Produkte für Verbraucher heute sind, was hinter der Vorsilbe steckt und wie Gesetzgeber und Forscher mit den zahlreichen noch offenen Fragen umgehen, beleuchtet die VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. in einer neuen Broschüre.

Ein menschliches Haar ist ungefähr 100.000 Nanometer dick – kaum vorstellbar, dass Menschen in der Lage sind, gezielt Strukturen zu gestalten, die nur wenige zehn bis 100 Nanometer messen. Doch wenn von Nanotechnologien die Rede ist, sind genau jene Verfahren gemeint, in denen gezielt Materialien hergestellt werden, die in Länge, Höhe oder Breite weniger als 100 nm groß sind und die gerade, weil sie so winzig sind, andere Eigenschaften aufweisen, als die größeren Pendants. „Gerade dieser Dreiklang – Winzigkeit, gezielte Herstellung und neue Eigenschaften – ist es, der Verbraucher oftmals verunsichert“, so Laura Gross, Referentin der VERBRAUCHER INITIATIVE.

Dabei geht es für Verbraucher eben nicht nur um kratzfest beschichtete Kunststoffbrillengläser, UV-Schutz-Textilien oder schmutzabweisende Keramik. Wer die öffentliche Diskussion verfolgt, stellt auch die Frage nach den Risiken für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt. Denn während die Anwendung in vielen Industriezweigen schon Tatsachen geschaffen hat, hat die Risikoforschung noch einiges aufzuholen. „Wissenschaftler müssen jedes Teilchen für sich beurteilen und doch das große Ganze im Blick behalten. Währenddessen brauchen Verbraucher Informationen darüber, was in der Produktwelt vorgeht und wo sie möglicherweise Wahlfreiheit haben“, betont Laura Gross. Für einen verantwortungsvollen Umgang mit den verschiedenen Technologien, Anwendungen und auch den offenen Fragen und berechtigten Zweifeln werden die Weichen jetzt gestellt.

Das Themenheft „Nanotechnologien im Alltag“ gibt einen Überblick über Geschichte und aktuellen Stand dieser besonderen Technologien und beleuchtet ihre Verbreitung im Alltag. Den offenen Fragen zu Risiken und dem Umgang damit ist ebenso ein eigenes Kapitel gewidmet, wie dem derzeitigen Stand der gesetzlichen Regulierung. Die 16-seitige Broschüre kann zum Preis von 3,55 Euro (inkl. Versandkosten) bei der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V., Elsenstraße 106, 12435 Berlin oder unter www.verbraucher.com bestellt bzw. heruntergeladen werden.