01. September 2009

Schattenseiten des Fortschritts

(VI). Wenn am 04. September die Internationale Funkausstellung IFA ihre Pforten öffnet, werden wieder Neuheiten und Technik-Wunder der Informations- und Kommunikationstechnologien präsentiert. Mehr Anwendungen, größer und überhaupt besser lautet dabei die Devise. Dass "besser" auch die Produktion, Nutzung und Entsorgung unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten beinhalten sollte, wird dabei leider allzu oft außer Acht gelassen. Die VERBRAUCHER INITIATIVE fordert deshalb von Herstellern und Händlern mehr Kundeninformation sowie die Übernahme von Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit.

Kaum ein anderer Sektor hat sich in den vergangenen Jahren so schnell entwickelt wie der der Informations- und Kommunikationstechnologien. „Doch der saubere Schein der Geräte im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien trügt, denn gerade hier sind die Prozesse ressourcenintensiv, umweltschädlich und gehen häufig mit prekären Arbeitsbedingungen einher.“, erklärt Judith Hübner von der VERBRAUCHER INITIATIVE. Es werde Zeit, dass Unternehmen die Schattenseiten des Fortschritts beleuchten und Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung übernähmen, fordert die Umweltreferentin.

Die Ansatzpunkte sind zahlreich: Bevor der Computer, das Handy oder das Faxgerät in Deutschland über die Ladentheke wandern, haben sie in der Regel schon eine halbe Weltreise hinter sich, da zum einen viele Produktionsstätten mittlerweile in Schwellen- oder Entwicklungsländer verlagert wurden und zum anderen viele der verwendeten Rohstoffe in Schwellen- und Entwicklungsländern abgebaut werden. Bereits heute verursachen die Informations- und Kommunikationstechnologien ebenso viele CO2-Emissionen wie der weltweite zivile Flugverkehr. Zudem fallen in Europa nach Schätzungen jährlich 8,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an.

Weiterführende Informationen und Tipps zum nachhaltigen Einkauf, Nutzung und Entsorgung von Elektronikgeräten finden Verbraucher auf der Seite www.nachhaltig-einkaufen.de.