09. Mrz 2010

Verbraucher wollen den Smiley

(VI). Am Freitag werden die Berliner Stadträte darüber beraten, wie die Verbraucherinformation in Berlin einheitlich gestaltet werden kann. Mutig und konsequent wie bislang in Pankow, zaghaft wie in Marzahn-Hellersdorf oder abwartend wie in Lichtenberg, das ist aus Verbrauchersicht die Frage. Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. fordert die Stadträte auf, das Pankower Smiley-Modell für ganz Berlin zu etablieren.

Das Berliner Verbrauchermonitoring spricht eine eindeutige Sprache: 78 Prozent der repräsentativ befragten Berliner wollen die Veröffentlichung der Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelüberwachung in ganz Berlin nach dem Vorbild Pankows. Der Bezirk veröffentlicht seit Anfang 2009 eine bebilderte Liste mit Namen und Adressen der Gastronomiebetriebe, in denen gravierende Verstöße gegen Hygiene- und Qualitätsvorschriften festgestellt und nicht in angemessener Frist beseitigt wurden. „Die Berliner Verbraucher wollen keinen lauen Kompromiss, sondern eine mutige Entscheidung des Berliner Senats für echte Transparenz“, so Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. „Wo Verstöße veröffentlicht werden und Verbraucher informiert entscheiden können, entsteht ein Wettbewerb, der das Niveau des ganzen Angebots verbessert.“

Die gastfreundliche Auslegung des Verbraucherinformationsgesetzes sorgte bundesweit für Aufregung, doch die Erfahrungen geben den konsequenten Pankowern Recht: Verbraucher nutzen das Informationsangebot gern, Klagen gegen das Modell hatten keine Chance und die Gastronomen des Bezirks bemühen sich spürbar um Verbesserungen. Das ist auch die Erkenntnis aus Dänemark, wo seit Jahren alle Lebensmittelverkaufsstätten die Ergebnisse der amtlichen Überwachung unmittelbar an ihren Eingangstüren und im Internet veröffentlichen müssen. „Gemessen am dänischen Smiley ist das Pankower Modell lediglich ein erster Schritt in die richtige Richtung. Umso wichtiger ist es, das Modell Berlin-weit umzusetzen und Vorbild für ganz Deutschland zu werden“, so Georg Abel.

Transparenz kommt allen zugute. Doch auf freiwilliger Basis ist sie nicht zu erreichen. Die VERBRAUCHER INITIATIVE fordert daher die Stadträte der Bundeshauptstadt auf, das schöne Wort von der Verbraucherinformation ernst zu nehmen und eine klare Entscheidung für das Pankower Modell zu fällen.