12. August 2009

Wassermasse im Einkaufskorb

(VI). Sauberes Süßwasser ist knapp. Dennoch werden große Mengen Blauen Goldes verschmutzt und verschwendet, um landwirtschaftliche oder industrielle Produkte zu erzeugen. Mit dem häuslichen Leitungswasser gehen Deutsche relativ sparsam um. Wasserressourcen kann man aber nicht nur hinter der eigenen Haustür schonen: Auch das Wasser im Einkaufskorb könnte Sparfüchse gebrauchen.

Dass sich die Wasseruhr seltener dreht, ist wichtig für den Schutz des heimischen Süßwassers. Beim weltweiten Wasserverbrauch lässt sich aber noch einiges ausschöpfen: Täglich benutzt jeder Deutsche rund 125 Liter Leitungswasser, was genug für ein Vollbad wäre. Der „echte“ Wasserverbrauch ist jedoch um ein Vielfaches höher: Hinzu kommen 3.000 bis 4.000 Liter virtuelles Wasser, das Volumen eines großen Tanklöschwagens.

Einige Waren werden mit besonders viel Wasser hergestellt. Für ein Kilo Steak fließen durchschnittlich 15.500 Liter, für ein Baumwoll-T-Shirt 2.700 Liter oder für ein einziges DIN-A4-Blatt 10 Liter Wasser. Die Kehrseite des enormen Verbrauchs ist verschmutztes Wasser, das meist ungeklärt an die Umwelt abgegeben wird. „Der Gebrauch virtuellen Wassers lässt sich nicht abstellen, aber man kann ihn verkleinern und die folgenreiche Verschmutzung des Wassers einschränken“, sagt Mareen Joachim von der Verbraucher Initiative. Verbraucher können zum Beispiel

· ...weniger Fleisch essen: Nicht jeder will Vegetarier werden, aber ein Blick auf den virtuellen Wasserverbrauch der fleischlos Glücklichen spornt an, wenigstens hin und wieder zu verzichten: Vegetarier benötigen im Schnitt nur 1.500 Liter virtuellen Wassers täglich.
· ...Produkte mit Bio- und/oder Fairtrade-Zeichen kaufen: Nahrungsmittel aus der ökologischen Landwirtschaft verschmutzen kostbares Nass weniger. Auch Waren aus dem Fairen Handel werden ressourcenschonend hergestellt, viele sogar kontrolliert biologisch angebaut. Umweltfreundliche Textilien aus Bio-Baumwolle sind ebenfalls eine wasserfreundlichere Wahl.
· ...auf „saisonal“ und „regional“ achten: Ein eigentlich bei uns heimisches Gemüse oder Obst, das im warmen Süden angebaut wird, verbraucht in der Regel mehr Wasser, das dort zudem knapper ist als hier.
· ...Recycling-Papier bevorzugen und dabei auf den „Blauen Engel“ achten.

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