19. Oktober 2010

Zu wenig Transparenz im Einzelhandel

(VI). Vier Einzelhändler der Branchen Uhren und Schmuck, Schreibwaren und Spielwaren wurden heute von der VERBRAUCHER INITIATIVE mit der Auszeichnung "Nachhaltiges Einzelhandelsunternehmen 2010" prämiert. Damit führte der Bundesverband die 2009 begonnene Untersuchung der sozialen und ökologischen Aktivitäten verschiedener Einzelhandelsbranchen fort. Vergeben wurden ein Mal Gold, drei Mal Silber und ein Mal Bronze.

„Im Gegensatz zur letztjährigen Befragung trauen sich in den aktuell befragten Branchen nur sehr wenige Einzelhändler, ihr Engagement in Sachen Umwelt und Soziales öffentlich zu machen“, erklärt Dieter Schaper, Bundesvorsitzender der VERBRAUCHER INITIATIVE. „Wir rufen Einzelhändler auf, mehr Mut zur Transparenz zu beweisen und das eigene Nachhaltigkeitsengagement in die Öffentlichkeit zu tragen. Nur so können Verbraucher dieses Engagement mit ihrem Einkauf belohnen“, so Dieter Schaper. Von fast 500 kontaktierten Unternehmen wollten nur ein Bruchteil der Unternehmen ihr Nachhaltigkeitshandeln offen legen.

Mit einem ambitionierten, vom Öko-Institut e. V. erstellten Fragebogen wurden die Einzelhandelsunternehmen im Frühsommer 2010 nach ihrem nachhaltigen Engagement entlang der gesamten Lieferkette von der Rohstoffgewinnung, über die Produktion und den Transport bis hin zur Entsorgung befragt. Unternehmen, die besonderes Engagement in Sachen Nachhaltigkeit gezeigt haben, dürfen die Auszeichnung der VERBRAUCHER INITIATIVE „Nachhaltiges Einzelhandelsunternehmen 2010“ in Bronze, Silber oder Gold tragen. Gold ging an den Büroartikeleinzelhändler memo AG, Silber wurde an die Unternehmen GALERIA KAUFHOF (in den Branchen Spielwaren und Schreibwaren) und die Lyreco Deutschland GmbH sowie Bronze an „Thomas Becker – Atelier für Schmuck in seiner Vollendung“ vergeben. Mit ihrem Projekt trägt die VERBRAUCHER INITIATIVE dazu bei, die Ziele des aktuell erschienenen CSR-Aktionsplans der Bundesregierung, CSR in Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen besser zu verankern und die Sichtbarkeit von CSR zu erhöhen, zu erreichen.

Auf www.nachhaltig-einkaufen.de finden Interessierte zusätzlich Hintergrundinformationen zum Thema Unternehmensverantwortung und praktische Tipps zum nachhaltigen Einkauf. Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt gefördert.