Ergebnisse
Im Rahmen der ersten Einzelhandelsbefragung im Jahr 2009 wurden 30 Auszeichnungen „Nachhaltiges Einzelhandelsunternehmen 2009“ vergeben. Goldmedaillen erhielten die Unternehmen IKEA, hessnatur und GEPA, zudem wurden 19 Silber- und 8 Bronzemedaillen vergeben. Die Zahl der Auszeichnungen ist jedoch nur eine Betrachtungsebene. In den meisten Branchen werden durch die teilnehmenden Unternehmen große Marktanteile abgedeckt. So machen die im Lebens- und Genussmittelbereich teilnehmenden Unternehmen einen Marktanteil von beinahe 60 Prozent aus, bei der Branche Textilien und Schuhe sind es zirka 40 Prozent und bei den Bau- und Heimwerkermaterialien mehr als 30 Prozent.
Die Goldmedaillen-Gewinner zeigen Nachhaltigkeitsengagement, das weit über dem Durchschnitt liegt. In den abgefragten Punkten von der Entwicklung eines Leitbildes zur Unternehmensverantwortung über betriebliches Umweltmanagement und soziale und ökologische Einkaufsrichtlinien bis hin zur Verbraucheransprache, haben sie fast immer die volle Punktzahl erreicht.
Die Befragung zeigt, dass der Einzelhandel oft besser ist als sein Ruf. Es wird deutlich, dass viele Einzelhändler den Mehrwert von nachhaltigem Handeln für ihr Unternehmen erkannt haben. Trotzdem bleibt noch viel zu tun.
Grundsätzlich wurde festgestellt, dass bei Einzelhandelsunternehmen großes Interesse an dem Thema Umwelt- und Sozialverantwortung besteht. Es zeigt sich, dass – trotz oder sogar gerade wegen der Finanzkrise und weil es in diesem Rahmen immer wichtiger wird, sich von Mitbewerbern abzugrenzen und positiv abzuheben – der Markt in Bewegung ist. Teilnehmer und Nicht-Teilnehmer haben den Fragebogen als hilfreiche Checkliste für das interne Nachhaltigkeitsmanagement bewertet.
Zu der Gruppe der Nicht-Teilnehmer gehören zum einen Einzelhändler, die dem Nachhaltigkeit keine oder wenig Bedeutung für ihr Unternehmen beimessen. Zum anderen handelt es sich dabei um Einzelhändler, die erst beginnen, ein umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement zu entwickelt und aufzubauen.
Im Jahr 2010, in dem die Einzelhandelsbranchen Uhren und Schmuck, Schreibwaren und Spielwaren untersucht wurden, wurden vier Einzelhändler mit der Auszeichnung „Nachhaltiges Einzelhandelsunternehmen 2010“ prämiert.
„Im Gegensatz zur letztjährigen Befragung trauten sich in den aktuell befragten Branchen nur sehr wenige Einzelhändler, ihr Engagement in Sachen Umwelt und Soziales öffentlich zu machen“, erklärte Dieter Schaper, Bundesvorsitzender der VERBRAUCHER INITIATIVE. „Wir rufen Einzelhändler auf, mehr Mut zur Transparenz zu beweisen und das eigene Nachhaltigkeitsengagement in die Öffentlichkeit zu tragen. Nur so können Verbraucher dieses Engagement mit ihrem Einkauf belohnen“, so Dieter Schaper. Von fast 500 kontaktierten Unternehmen wollte nur ein Bruchteil der Unternehmen ihr Nachhaltigkeitshandeln offen legen.
Gold ging an den Büroartikeleinzelhändler memo AG, Silber wurde an die Unternehmen GALERIA KAUFHOF (in den Branchen Spielwaren und Schreibwaren) und die Lyreco Deutschland GmbH sowie Bronze an „Thomas Becker – Atelier für Schmuck“ vergeben.
Im Jahr 2011 wurde die Befragung des Einzelhandels in den sechs umsatzstärksten Branchen wiederholt und zum ersten mal auf Hersteller dieser Branchen ausgeweitet.
Fast alle Einzelhändler, die 2009 teilgenommen hatten, haben sich erneut der ambitionierten Befragung unterzogen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Engagement derjenigen Unternehmen, die nach wie vor zur Transparenz über ihr Umwelt- und Sozialengagement bereit sind, gestiegen ist.
Es wurden 27 Einzelhandesunternehmen mit der Auszeichnung „Nachhaltiges Einzelhandelsunternehmen 2011“ ausgezeichnet. Gold ging an elf Handelsunternehmen, zwölf wurden mit Silber ausgezeichnet und vier Einzelhändler erreichten eine Bronze-Medaille. Zwei weitere Unternehmen wurden in den Einzelbereichen "Geschäftstätigkeit", "Lieferkette" und/oder "Förderung des nachhaltigen Konsums" ausgezeichnet. Gold-Medaillen gingen wie bei der ersten Befragung 2009 an GEPA und hessnatur. Weitere Gold-Medaillen erhielten die REWE-Group mit ihren fünf Vertriebslinien, tegut, die Deutsche Telekom, H&M und Tchibo (Textilien).
Die Untersuchung der Hersteller-Unternehmen ergab, das soziale und ökologische Aktivitäten vor allem im eigenen Unternehmen durchgeführt werden, während in der Lieferkette noch oft Verbesserungsbedarf besteht. Das grosse Interesse an dem Fragebogen, der gleichzeitig als umfassende Checkliste für das unternehmerische Handeln angelegt war, belegt die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit in Unternehmen. "Die Firmen nutzen das Thema Nachhaltigkeit als Investition in die Zukunft und um sich von Mitbewerbern zu unterscheiden. Allerdings lässt sich das unternehmerische Engagement - besonders beim Thema Sozialverantwortung - noch erheblich steigern", so Dieter Schaper.
Über 30 Hersteller erhielten die Auszeichnung "Nachhaltiger Hersteller 2011". Gold ging an drei Unternehmen, achtzehn wurden mit Silber ausgezeichnet und zehn Hersteller erreichten eine Bronze-Medaille. Gold-Medaillen wurden Henkel, der Deutschen Telekom und Unilever verliehen.








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