Kieler Label-Studie

UD-Titel_Gesunde Arbeit

Nach Umwelt- und Klimaschutz als Entscheidungs-Kriterium beim Einkauf gilt Verbrauchern immer öfter die Gesundheit der Beschäftigten bei der Herstellung als Maßstab für ihre Entscheidung am Regal. Manche fordern daher ein neues Label, das "gute Arbeit" auszeichnet. Kieler Wissenschaftler ziehen aus ihrer Studie ein anderes Fazit.

Wirtschaftsphilosoph Sebastian Müller von der Christian Albrechts Universität zu Kiel untersuchte gemeinsam mit der VERBRAUCHER INITIATIVE e. V.  im Rahmen des Forschungsprojekts „Gesundheitsmanagement aus interorganisationaler Perspektive“ (GESIOP) mit Kolleginnen der TU München, ob etablierte Produktlabel, die etwa Bio-Standards, Klima-verträglichkeit oder Tierwohl kennzeichnen, auch Aussagen zur Gesundheitsförderung in Betrieben oder deren Partnerunternehmen der Lieferkette treffen. Ergebnis der Studie: „Bezogen auf das unternehmerische Gesundheitsmanagement ist ein Dialog nicht vorhanden."

Müller plädiert dennoch nicht für ein zusätzliches Label. Er weiß, dass Verbrqaucher ohnehin bei Biolabeln oder Siegeln des fairen Handels davon ausgehen, dass diese die Gesundheitsförderung der Beschäftigten integrierten. Dies aber widerlegt seine Studie als Trugschluss.

Der Forscher vergleicht existierende Label mit dem GESIOP-Tool für gesunde Arbeit. Sollten sich die Kriterien etablierter Siegel als anschlussfähig erweisen, sei deren Weiterentwicklung um die GESIOP-Kriterien wünschenswert.

Über die Studie berichtete etwa Umweltdialog.de.